Arbeitsstelle Friedensarbeit im Haus kirchlicher Dienste

Ökumenische Dekade zur Überwindung von Gewalt 2001 - 2010

Bausteine zur Gestaltung von Gottesdiensten
zum Thema "Schritte gegen Tritte"


Text: Meine kleine Schwester

Sie ist meine Schwester und trägt ein Messer.
Sie sagt, in der Schule sei sowas besser.

Meine kleine Schwester trägt ein Messer.
In der Schule sei sowas besser, sagt sie.
Und ihre Philosophie beruht auf Angst,
Angst vor der Penne; Angst, die man nicht kenne.
Wenn man das nicht selbst erlebt, was dort abgeht.

Tag für Tag - sie sagt, nackte Gewalt,
Bereitschaft, einen kalt zu machen, abzulachen,
wenn man sich nicht mehr bewegt - erlegt - zu spät!

Auf dem Klo wird gedealt - mit Drogen wird gespielt
um die hohen Beträge - wer nicht zahlt, kriegt die Schläge,
denn die Macht hat die Gang, streng genommen
sind die Lehrer nur Statisten, hoffnungslose Optimisten
in einem Spiel, das sie längst schon nicht mehr kontrollieren,
bewegen sich auf allen vieren, haben's Lernziel nicht kapiert.
Was steht auf dem Plan an der Wand?
Sozi, der Straße zum Hauptfach ernannt.

Refrain:

Sie ist meine Schwester und trägt ein Messer.
Sie sagt, in der Schule sei sowas besser.
Sie hat Angst vor dem Tag, Angst vor der Nacht,
meine kleine Schwester wird fertiggemacht.

 

Meine kleine Schwester zahlt Schutzgeld an Erpresser.
Sie sagt, das sei besser als die Fresse vollzukriegen.
Denn wer nicht spurt, muß büßen.
Schon mal gehört? Onkel Sam läßt grüßen!
Also Kohle rausgetan und dann hilft spar'n,
denn sonst könn die Jungs noch ganz anders auffahr'n.
Vermittelt mit 'n bischen Schnee,
sagen, das ist easy - tut bestimmt nicht weh.
Denn nach der letzten Stunde drehn die Mädchen noch 'ne Runde
in den fetten Wagen von geilen Säcken,
die in der Schule stehn und lecken sich die Finger
nach jungen Dingern - um an ihnen rumzufingern - und noch mehr...
das ist der Anfang vom Ende, Karriere ohne Wende.
Blinde Wut macht sich breit und schreit und schreit
nach der Lösung des Problems, zu groß der Schuh!
Amerika kackt uns zu!

Refrain

Und in der Nacht macht sacht die Erinnerung Schlacht;
Schlacht mit dem Gewissen - den Wusch sich zu verpissen
hin wieder hinzugeh'n - doch du wirst aufsteh'n!
Du wirst sehn!


Refrain:

Sie ist meine Schwester und trägt ein Messer.
Sie sagt, in der Schule sei sowas besser.
Sie hat Angst vor dem Tag, Angst vor der Nacht,
meine kleine Schwester wird fertiggemacht.

 

 


Micha 4:

Wenn die Krieger kommen

Wenn die Krieger kommen
Lock sie aufs Dach der Taube
Lock sie ins Nest der Schwalbe
Lock sie in die Höhle des Löwen
Lock sie in den Wald der Rehe
Geh ihnen entgegen - mit offenen Händen
Voll Brot und Salz, Obst und Wein
Daß sie sich verlaufen im Knüppelholz
Deiner Tugenden
Daß sie sich verirren
Im Labyrinth deiner Freundlichkeit
Mache sie staunen
Beschäme ihre Generäle und Präsidenten
Laß ihre Handlanger ins Leere laufen
Sei eine Tiefebene voller Höflichkeit
Dein Gewehr sei die Klugheit
Deine Kraft sei die Geduld
Deine Geschichte sei die Liebe
Dein Sieg sei dein Schweigen
So daß sich die Landpfleger sehr verwundern

nach H.D.Hüsch, Psalmen für Alletage  


Sprechmotette

Teil 1: (von Uwe Sielert)                                        

Gewalt hat viele Gesichter        

Gewalt ist...

- wenn jemand zusammengeschlagen wird
- wenn du nicht sagen darfst, was du denkst
- wenn du etwas essen mußt, was du nicht magst
- wenn du nichts zu essen bekommst

- wenn Bücher verbrannt werden...
- wenn Waffen sprechen...
- wenn du dich als Mädchen nachts nicht auf die
Straße traust...
- wenn du "nur zum Spaß" jemand Angst machs...

... auch das ist Gewalt

Gewalt ist...

- wenn du mit anderen auf dem Schwachen
herumhackst
- wenn dich ein Stärkerer zur Seite schiebt
- wenn keiner mit dir reden will
- wenn deine Eltern immer schon wissen, was du denkst

Wenn dich deine Oma jeden Sonntag abküssen darf...
Wenn du jemand bis zur Weißglut reizt...
Ausländerhaß...
Judenwitze...

...auch das ist Gewalt

Gewalt ist...

- wenn Mädchen nicht Kfz-Schlosser werden können
- wenn Jungen sich immer zusammenreißen müssen

- 200 Stundekilometer auf der Autobahn...
- jemanden niederbrüllen...

...auch das ist Gewalt

Gewalt ist...

- wenn du immer stillhalten mußt
- wenn dich ein Lehrer vor der Klasse bloßstellt

Das alles ist Gewalt!
Gewalt erniedrigt - Gewalt beleidigt - Gewalt schafft Gegengewalt
!

Schluß damit! Aber wie!?

Teil 2 (von Uwe Sielert)


Unser Alltag ist weniger gewaltsam...

- wenn du dich selbst liebst
- wenn du gute Freunde hast

- wenn die Klasse auch einen ihr unsympathischen
Lehrer nicht zur Schnecke macht...
- wenn Dicke einfach dick sein dürfen...

- wenn ich ein Recht auf Arbeit habe
- wenn ich nicht um jeden Preis arbeiten muß
- wenn Schule nicht immer nur Leistung mißt
- wenn du öfter mal deine Meinung sagst

- wenn du als Junge zugeben könntest, daß du auch Angst hast...
- wenn du dich als Mädchen frühzeitig wehren würdest...
- wenn du nicht jede Provokation mit einem Gegenschlag
beantworten würdest...
- wenn mehr Menschen den Mut zum Widerspruch hätten..  

Gewalt wird weniger...

- wenn du selbst kräftiger wirst
- wenn du etwas mehr verwirklichst, was du willst

- wenn du nicht immer hinter der Mehrheit herläufst...
- wenn du deine Kraft einsetzt, damit weniger Gewalt ist...

- wenn mehr hin-gehört und weniger hin-gelangt wird
- wenn mehr hin-gesehen als hin-gerichtet wird

 

 

Gewalt ist Ausdruck von Schwäche!

Kraftvoll gegen Gewalt arbeiten -

das ist Stärke!

 

Theaterstück: "Bloß nicht einmischen?"

Option: Lk,10,25-29.30-37 Der barmherzige Samariter

Vorbereitung:
Die Spielszene wird von den Gruppenmitgliedern gemeinsam gelesen und auf den heutigen Kontext übertragen. Wer sind die Akteure jetzt? Wer ist der Überfallene? Wer der Schriftgelehrte? Wer der Priester? Wer der Levit? Wer wird heute wie der Samariter behandelt? Die Szene wird selbst erarbeitet und gespielt. Die Rahmenhandlung kann in ein modernes Gespräch (2 Akteure) gekleidet werden. Gegebenenfalls kann sogar ein aktueller Vorfall aus der Zeitung benutzt werden.  

Text:

25 Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich tun, daß ich das ewige Leben ererbe?

26 Er aber sprach zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du?

27 Er antwortete und sprach: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst« (5. Mose 6,5; 3. Mose 19,18).

28 Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tu das, so wirst du leben.

29 Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: Wer ist denn mein Nächster?

30 Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Räuber; die zogen ihn aus und schlugen ihn und machten sich davon und ließen ihn halbtot liegen.

31 Es traf sich aber, daß ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und als er ihn sah, ging er vorüber.

32 Desgleichen auch ein Levit: als er zu der Stelle kam und ihn sah, ging er vorüber.

33 Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte er ihn;

34 und er ging zu ihm, goß Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm, hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn.

35 Am nächsten Tag zog er zwei Silbergroschen heraus, gab sie dem Wirt und sprach: Pflege ihn; und wenn du mehr ausgibst, will ich dir's bezahlen, wenn ich wiederkomme.

36 Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste gewesen dem, der unter die Räuber gefallen war?

37 Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen!

Weitere Hinweise zur Durchführung:

Ablauf:
- Lesung Teil 1 mit verteilten Rollen
- Mehrere "gewalthaltige", selbst entworfene Spielszenen werden bis zu dem Punkt drohender Eskalation gespielt
- a) Gespräch oder b) Gruppen bilden, Fortsetzung der Szenen entwerfen, gegebenenfalls vorspielen
- Lesung Teil 2 mit verteilten Rollen

Mögliche Varianten: - Hörspiel erstellen
- Untermalung durch leise aber "gewaltsame" Musik


Meditation zu Mtth.5,38-48:

Nehmt die Frage der Vergeltung. Ihr habt gehört, daß im Gesetz Israels geschrieben steht: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Ich sage euch heute: Auf diese Art werdet Ihr weder Frieden schaffen noch gerechte Lösungen für Konflikte finden. Das ,Auge um Auge' war ursprünglich ein Fortschritt: für einen Getöteten hier nur einer auf der anderen Seite - und nicht zehn oder hundert oder eine ganze Stadt. Es ist also ein erster Versuch der Gerechtigkeit.
Aber trotzdem: Die Ungerechtigkeit fängt schon viel früher an! Schon wer an die Gewalt denkt, stellt sich gegen meinen Willen. Deshalb sage ich euch: Setzt dem, der böses ist, keine Gewalt entgegen. Sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halte ihm auch noch die linke hin.
Und wer euch das Hemd nehmen will, dem gebt ihr auch noch den Mantel. Gebt dem, der euch um etwas bittet, teilt mit ihm. Und weist nicht ab, wer etwas von euch ausleihen will, sondern seid großzügig.
Und wer euch zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, mit dem geht gleich zwei. Auf diese Weise werdet ihr verstehen, warum er dazu kommt, zur Gewalt zu greifen. Und ihr werdet Wege finden, daß er von der Gewalt abläßt. Wie soll denn jemals eine neue Welt entstehen, wenn keiner den Teufelskreis der Gewalt durchbricht? Darum verpflichte ich euch: Hört auf mit der alltäglichen, ,kleinen' Gewalt.
Matthäus 5, 38-42 (Ökumenische Jugendbibel)

Nehmt den Umgang mit den Feinden. Ihr habt gehört, daß im Gesetz Israels geschrieben steht: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich sage euch heute: Liebe und Haß passen nicht zusammen. Wer in einer winzigen Ecke seines Herzens noch haßt, wird niemals genug Kraft zur Liebe haben. Und der Haß beginnt viel früher, als ihr denkt. Deshalb sollt ihr eure Feinde lieben und für die beten, die euch verfolgen. Nur so könnt ihr die Spirale des Hasses durchbrechen und zeigen, daß wir alle Brüder und Schwestern sind, die einen Vater haben. Aus grenzenloser Güte läßt euer Vater die Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er läßt regnen über Gerechte und Ungerechte. Was ist denn außergewöhnlich an euch, wenn ihr die liebt, die euch auch lieben und nett seid zu denen, die euch gegenüber freundlich sind? Welchen Lohn erwartet Ihr dafür? So handelt doch sogar jemand, der nur aus Berechnung lebt. Ihr aber solt aus Liebe handeln, aus grenzenloser, vollkommener Liebe. Hängt eure Ziele nicht zu tief. Versucht, so vollkommen zu sein, wie es euer himmlischer Vater ist. Was meint ihr, habe ich mit diesen Worten das Gesetz aufgehoben? Habe ich die Buchstaben verwässert oder den Geist beiseite gewischt? Ich will euch nur eins klarmachen: Das Böse beginnt viel früher, als ihr denkt. Und die Möglichkeit, gut zu handeln, besteht in jeder Stunde eures Lebens.  Matthäus 5, 43-48 (Ökumenische Jugendbibel)

W.Wink, Im Angesicht des Feindes, Claudius Verlag München 1988, S.33-45

Alternative: Betrachtung zum Hamburger Hungertuch: "Armut und Gewalt in der Lebenswelt Jugendlicher"

 


Ein Bekenntnis von Jugendlichen

Ich werde nicht glauben
ans Haben und Behalten,
an Unfrieden und Krieg,
an geballte Fäuste.

Ich will glauben
ans Schenken und Empfangen,
ans offene Reden und Verzeihen,

ich glaube an geöffnete Hände.

Ich werde nicht glauben,
dass Menschen besser sind,
weil sie mehr verdienen, schöner wohnen,
geschickt und klug sind.

Ich will glauben, dass Menschen besser sind,
weil sie sich mehr kümmern
um ihre Mitmenschen.


Ich werde nicht glauben
an Mauern, Grenze, Rasse.

Ich will glauben
an freie Länder, offene Häuser,
gastfreie Menschen
in allen Farben des Regenbogens

Ich werde nicht glauben
an ein unglückliches Ende
alles verschmutzt und verbraucht.

Ich will glauben
an einen neuen Anfang,
wo alles geheilt und
gleich verteilt ist.

Ich werde nicht glauben
an einen Geist,
der voneinander trennt.

Ich will glauben
an den Geist Gottes,
den Geist Jesu,
der Menschen zusammenführt,
bis alles vollendet ist.

 

Aus der Ökumene

Wir glauben an Gott, der die Liebe ist
und der die Erde allen Menschen gegeben hat.

Wir glauben an Jesus Christus, der zu uns kam,
um uns zu heilen und uns von allen Formen der Unterdrückung zu befreien.

Wir glauben an den Geist Gottes,
der in und durch alle Menschen wirkt,
die sich der Wahrheit zugewandt haben.

Wir glauben an die Gemeinschaft des Glaubens,
die berufen ist, den Menschen zu dienen.

Wir glauben an Gottes Versprechen,
schliesslich und endlich die Macht der Sünde in uns allen zu zerstören
und ein Reich der Gerechtigkeit und des Friedens unter den Menschen zu errichten.

Wir glauben nicht an das Recht des Stärkeren,
noch an die Kraft von Waffen,
noch an die Macht der Unterdrückung.

Wir glauben an die Rechte der Menschen,
an die Solidarität aller Menschen aus dem Volk.

Wir glauben nicht an Rassismus,
der sich auf Wohlstand und Privilegien gründet,
noch an irgendeine Ordnung,
die Menschen versklavt.

Wir glauben, dass alle, Männer und Frauen,
gleichberechtigte Geschöpfe Gottes sind
und dass eine Ordnung, die auf Gewalt und Ungerechtigkeit basiert,
verwerflich ist.

Wir glauben nicht, dass Krieg und Hunger unvermeidlich sind
und Frieden unerreichbar.

Wir glauben an die Schönheit des Einfachen,
an Liebe mit offenen Händen,
an Frieden auf Erden.

Wir glauben nicht, dass das Leiden umsonst ist,
dass der Tod das Ende ist,
dass die Verunstaltung unserer Welt das sein soll,
was Gott mit ihr beabsichtigt hat.

Aber wir wagen, immer wieder und trotz allem,
zu glauben an Gottes Macht,
umzuformen und umzugestalten,
und so sein Versprechen eines neuen Himmels und einer neuen Erde zu erfüllen,
wo Gerechtigkeit und Frieden blühen werden.

UCCP Midsayap 1985

 


 

Selbstverpflichtung (geschrieben von Mitarbeitern eines Friednes-Gottesdienstes als Abschluß einer Schulwoche am Schulzentrum der Haupt- und Realschule Munster)

Vor Gott sind alle Menschen gleich. Wir alle haben ein Recht darauf,  ein Leben in Freiheit, Frieden und Würde zu führen. Deshalb stehen wir gemeinsam für die folgenden Grundsätze ein, an dieser Schule und in dieser Stadt, zuhause und in der Öffentlichkeit:

* Niemand soll aufgrund von Glauben, Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft, Schulart oder Behinderung beschimpft; ausgegrenzt oder anders. diskriminiert werden.

AIle: Wir wollen lernen, alle Äußerungen rassistischer Art zu vermeiden und zu verhindern:

* Niemand soll in Angst vor Erpressung und Schlägen zur Schule kommen müssen; niemand soll seine Wut über mangelnde und fehlende Wärme an Sachen oder Mitmenschen auslassen müssen.

Alle: Wir wollen lernen, uns für das Recht des Schwächeren einzusetzen und Gewalt gegen Sachen und Mitmenschen eindämmen.

* Niemand soll in Konflikten mit anderen (Eltern, Lehrer, Mitschüler, Fremde) allein gelassen und so der Gewalt von Beschimpfungen oder Fäusten hilflos ausgesetzt werden.

Alle: Wir wollen lernen, Konflikte gewaltlos zu lösen und für Gerechtigkeit und Frieden einzustehen.

* Niemand soll unter sexueller Anmache zu leiden haben; niemand soll durch seelische Einschüchterung zu Gewalttaten und Unrecht gezwungen werden.

Alle: Wir wollen im Frieden miteinander leben. Deshalb sagen wir NEIN zu Fremdenfeindlichkeit und JA zu Solidarität und Gemeinschaft mit allen Menschen.

Wir beten gemeinsam:

Alle: Herr, mache mich ein Werkzeug deines Friedens, daß ich Liebe übe, wo man sich haßt, daß ich verzeihe, wo man sich beleidigt, daß ich verbinde, wo Streit ist, daß ich die Wahrheit sage, wo Irrtum herrscht, daß ich den Glauben bringe, wo Zweifel drückt, daß ich Hoffnung wecke, wo Verzweifiung quält, daß ich ein Licht anzünde, wo die Finsternis regiert, daß ich Freude schaffe, wo der Kummer wohnt. Amen. (nach dem Friedens-Gebet von Franz von Asissi)

 

DER EINE WEG                 DER ANDERE WEG

                                                                                                                                                                                                                                            

FLUCHT                                       KAMPF

Unterwerfung                       Bewaffneter Aufstand
Passivität                           Gewaltsame Revolte
Rückzug                            Direkte Vergeltung
Ergebung                                             Rache 

DER DRITTE WEG JESU

Ergreife die morakische Initiative
Finde eine schöpferische Alternative zur Gewalt
Steh zu deiner eigenen Menschenwürde
Begegne brutaler Macht mit Witz und Humor
Zerbrich den Teufelskreis der Demütigung
Weigere dich, die unterlegene Position anzunehmen
Entlarve das Unrecht des Systems
Bringe die Machtdynamik unter deine eigene Kontrolle
Beschäme den Unterdrücker, bis er umkehrt

Bleib standfest

Sorge dafür, daß die Mächtigen Entscheidungen fällen müssen, auf die sie unvorbereitet sind
Erkenne deine eigene Stärke
Sei bereit, lieber zu leiden als nachzugeben
Bringe den Unterdrücker um jede Gelegenheit, bei der Gewaltanwendung wirkungsvoll zu sein scheint
Sei bereit, die Strafe dafür auf dich zu nehmen, daß du ungerechte Gesetze übertrittst
Laß die Angst vor der bestehenden Ordnung und ihren Spielregeln in dir sterben