Arbeitsstelle Friedensarbeit im Haus kirchlicher Dienste

Ökumenische Dekade zur Überwindung von Gewalt 2001 - 2010

Option Flucht

Zum Ablauf

Checkliste Flucht

Arbeitsblatt 1

Arbeitsblatt 2

Simulationsspiel I: Bürger/ Flüchtlinge
Zu Beginn des Projekts werden die Schüler/innen in eine sehr ungerechte und ausgrenzende Situation gebracht: Sie erhalten Buttons, die sie in „Bürger/innen“ und „Flüchtlinge“ aufteilen. Zusätzlich erfahren die „Flücht-
linge“ noch, aus welchem Land sie kommen.
Die „Bürger/innen“ dürfen nun ein leckeres Frühstück einnehmen, die „Flüchtlinge“ werden eng zusammen-
gepfercht hingesetzt und schauen zu. Bei einem Quiz erhalten die „Flüchtlinge“ die Chance, etwas vom Frühstück abzubekommen.

 
Flüchtlingsschicksale und Fluchtgründe kennen lernen
Ohne weitere Reflektion dieser Situation findet ein Raumwechsel statt. Die „Flüchtlinge“ teilen sich in Gruppen je nach Herkunftsland auf. Die „Bürger/innen“ ordnen sich einer dieser Gruppen zu. Anhand von Biografiekärtchen erfahren die Jugendlichen nun mehr zu ihrer „Person“ und ihrem Fluchtgrund. Daran anknüpfend wird ein Filmausschnitt gezeigt, der einen autobiografischen Bericht des soeben vorgestellten Flüchtlings enthält. Anschließend vertiefen die Referent/innen diese Information und erklären den historisch-politischen Kontext.
 
Brettspiel: Fluchtwege kennen lernen
Nun wird ein Spiel gespielt, das die Erfahrungen einer Flucht nachstellt. „Reise in die Sicherheit“ heißt dieses Spiel, das vom UNHCR entwickelt und für das Projekt „Schritte gegen Tritte“ erweitert wurde. Was nehme ich mit auf die Reise, wenn ich nur 3 Minuten Zeit habe, zu packen? Beim Würfeln entlang der Fluchtroute geschieht einiges und es erweist sich als höchst bedeutsam, an elementare Dinge gedacht zu haben. Gegen Ende der Flucht werden die Hindernisse zunehmend politisch: „Euer Schiff bekommt keine Anlegeerlaubnis und muss weiter durchs Meer fahren. Bleibe bis zum Ende des Spiels auf diesem Feld stehen.“ oder „Dein Asylantrag wurde abgelehnt. Du wirst mit dem Flugzeug zurück in dein Herkunftsland geschickt.“
Mithilfe eines Kreuzworträtsels vergegenwärtigen die Jugendlichen sich anschließend, was sie auf „ihrer“ Flucht erlebt haben.
 
Flüchtlingsrechte und -pflichten kennen lernen
Im Plenum werden dann gemeinsam die wesentlichen Bedürfnisse von Flüchtlingen im Aufnahmeland zusammengestellt. Welche Rechte sind dafür nötig, welche Pflichten haben sie? In diesem Gespräch können die Jugendlichen auch ihre bisherigen Erfahrungen und Kenntnisse über Flüchtlinge einbringen.
 
Simulationsspiel II: Auswertung der Sitzordnung
Nach einem erneuten Raumwechsel geht das Projekt weiter mit einer Auswertung der Sitzordnung und dem Herausarbeiten, an welchen Stellen, Gewalt „im Spiel“ war. Ein Vergleich mit dem eigenen Alltagshandeln wird herbeigeführt: wann grenzen wir andere aus, welche „Etiketten“ verteilen wir und wie erleben das die Ausgegrenzten? An dieser Stelle erfolgt der Übergang zum eigenen sozialen Handeln und Gewaltverständnis.
 
Formen von Gewalt erkennen – Gewaltbarometer oder Mobbingübung
Verschiedene Situationen werden bewertet, was ist Gewalt, was ist keine Gewalt? Alternativ hierzu kann auch eine Übung zum Thema Mobbing erfolgen.
 
Gesprächsgruppen
Eigene Gewalterfahrungen werden in geschlechtsspezifischen Gruppen unter Anleitung der Mitarbeiter/innen besprochen. Lehrer/innen nehmen an diesem Gespräch i.d.R. nicht teil.
 
Rollenspiel: Anmache im Bus/ auf dem Schulhof
Rollenspiel, bei dem eine Busszene dargestellt wird. Ein Schüler wird außerhalb des Raumes auf seine Rolle vorbereitet. Dieser und ein Mitarbeiter besteigen den Bus und provozieren. Wenn ein bestimmtes Maß an Provokation erreicht ist, wird das Spiel abgebrochen. Das Rollenspiel wird nun im gemeinsamen Gespräch reflektiert. Regeln zum Verhalten in Gewaltsituationen werden erarbeitet und ggf. in einem zweiten Rollenspiel ausprobiert.
 
Video „ Dienstag – Gewalt in der U-Bahn“
Die Schüler/innen sehen sechs Videoszenen, die in der Frankfurter U-Bahn mit versteckter Kamera gedreht worden sind. Schauspieler spielen hier jeweils eine Situation, in der das Opfer von zwei Neofaschisten angepöbelt und bedroht wird. Im Gespräch werden die unterschiedlichen Reaktionen der Passanten diskutiert und hinsichtlich ihrer gewaltfördernden, bzw. deeskalierenden Funktion interpretiert und gegenübergestellt. Auch hier findet ein Transfer auf die eigenen Lebensbedingungen statt. Erfahrungen der Schüler/innen und ihre Einstellung gegenüber aktiver und passiver Gewaltbereitschaft werden diskutiert.
 
Meditativer Abschluss
Es folgt ein meditativer Abschluss mit einem „Hungertuch“, das Hamburger Jugendliche über ihre Stadt gestaltet haben.
 

Nach der Einheit:
Gleich im Anschluß an den Unterrichtstag findet ein Auswertungsgespräch mit den Lehrer/innen und Elternvertreter/innen statt. Zu weiteren Schritten der Vor- und Nachbereitung siehe
die Vorbereitungsblätter SgT.